Erstes Netzwerktreffen für Unternehmen gut besucht
Das Interesse der Unternehmen an einem kontinuierlichen Erfahrungs- und Wissensaustausch untereinander ist groß. Dies machte das erste Netzwerktreffen für Unternehmen zum Thema Fachkräfte sehr deutlich.
Fachkräfte zu finden und im Betrieb zu halten, fordert Unternehmen besonders stark heraus. Um Firmenleiter und ihre Personalverantwortlichen dabei gezielt zu unterstützen, hat die WEP das neue Unternehmensnetzwerk gestartet und am 20. Januar zur Erstveranstaltung ins Gartenbauzentrum Ellerhoop eingeladen. „Die Fachkräftegewinnung und -sicherung ist ein Zukunftsthema, mit dem wir uns alle befassen müssen“, unterstrich WEP Geschäftsführerin Dr. Jennifer Schweiger bei ihrer Begrüßung der zahlreichen Gäste.
WEP Marketingleiterin Susanne Heyn erklärte den Teilnehmenden Ziele und Nutzen des künftigen Netzwerks: „Fachkräftesicherung ist bei vielen Unternehmen im Kreis bereits eine große Herausforderung. Andererseits gibt es viele gute Ideen bei den Unternehmen beim Recruiting von Mitarbeitenden und Azubis. Wir wollen im Rahmen unserer Standortkampagne Kreis Pinneberg Wirtschaft die Unternehmen miteinander vernetzen. Wissen und Erfahrungen austauschen, regionale Strukturen verbinden und gemeinsame Projekte entwickeln stehen im Fokus unseres Unternehmensnetzwerkes Fachkräfte.“ Bedarfe herausfinden und Unterstützungsangebote entwickeln – darum ginge es auf diesem ersten Treffen mit Impulsvorträgen und einer ausgiebigen Workshop-Session.
Inspiration durch Impulsvorträge
Inspiration lieferten zunächst zwei Mitarbeiter der GAB Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Abfallbehandlung mbH mit Best Practice-Beispielen aus dem Employer Branding in ihrem Unternehmen. Julian Jenkel, Leiter Organisationsentwicklung, sprach zum Beispiel über die Wichtigkeit gelebter Unternehmenskultur, über sinnvolle, bedarfsorientierte Benefits und über ein gemeinsames Werteverständnis. Auf besonderes Interesse stieß sein Bericht von der erfolgreichen Mitarbeiter-App. Monika Tews, Recruiterin und Ausbildungsleiterin, stellte in ihrem Vortrag gezielte Möglichkeiten zur Ansprache vor, mit denen sie Fachkräfte und künftige Auszubildende erreicht. Auf der Suche nach LKW-Fahrern spreche sie zum Beispiel auch Fahrschulen an, und Info-Tage im Unternehmen seien eine der guten Kontaktmöglichkeiten für die Fachkräfte-Suche.
Britta Beste von Das Beste Coaching ging auf das Employer Branding hinsichtlich der Kultur und Ansprüche eines Unternehmens ein und erklärte beeinflussende Faktoren, wie Entwicklungsunterschiede der Generationen, gesellschaftlicher Wandel, Entscheidungskraft der Informationsflut oder auch psychologische Aspekte menschlichen Verhaltens. Sie betonte, eine positive Unternehmenskultur könne gerade in unserer unsicheren Zeit Zusammenhalt vermitteln und ein Stabilisator für Mitarbeiter sein.
Austausch, Diskussion und Ideenfindung an Thementischen
In vier Gruppen aufgeteilt, besuchten die Teilnehmenden im rollierenden System vier Workshop-Tische, an denen sie gemeinsam mit den Moderatoren jeweils ein Thema für das neue Netzwerk bearbeiteten.
An einem dieser Tische fragte Carolin Deberling von der Agentur Gruppe Drei, die gemeinsam mit der WEP und den Kommunen des Kreises die Standortkampagne Kreis Pinneberg Wirtschaft betreut, Ideen und Themenwünsche für künftige Netzwerktreffen ab. Besonders gefragt sind von den Unternehmen demnach Informationen und Workshops zu Social Media Marketing, Aspekte des Employer Brandings oder Erhöhung der Sichtbarkeit in der Fachkräfteansprache. Mehrheitlicher Wunsch ist es, dass die Veranstaltungen grundsätzlich einen Impulsvortrag und eine Plattform für Austausch beinhalten sollten. Außerdem sollten regionale Unternehmen themenspezifische Elevator Pitches beitragen, um ihre Ideen und Vorgehensweisen kurz vorzustellen. Bei einer Mischung aus Präsenz- und Onlineveranstaltungen sollte der Schwerpunkt auf der Präsenz liegen.
An einem anderen Tisch ging es um die Kooperationsmöglichkeiten von Wirtschaft und Schulen. Björn Scholz, Lehrer und Kreisfachberater für berufliche Orientierung, diskutierte mit den Teilnehmenden, wie Unternehmen und Lehrkräfte besser miteinander kommunizieren und zusammenarbeiten könnten. Hier entstand der Wunsch nach einer Liste mit Ansprechpartnern für Unternehmen an Schulen und einer Auflistung der Ausbildungsberufe, die die Unternehmen im Kreis Pinneberg anbieten.
Ein tieferer Austausch mit den drei Impulsgebern fand an einem weiteren Tisch statt. Die GAB-Vertreter standen insbesondere über die Mitarbeiter-App Rede und Antwort, auch Britta Beste vertiefte ihre im Impuls gegebenen Ausführungen.
Mit Susanne Heyn diskutierten die Teilnehmenden an dem vierten Tisch über ihre Erwartungen an das Netzwerk und die Möglichkeiten, wie sich Unternehmen selbst einbringen könnten, zum Beispiel mit Vorträgen und Ideen oder auch als Gastgeber einzelner Veranstaltungen. Für alle Teilnehmenden steht der Austausch und das voneinander Lernen im Fokus. “Es wäre toll, wenn wir hier im Kreis eine regionale Plattform für Best Practice etablieren können” konkretisierte ein Teilnehmer seine Erwartungen.
Themenwünsche und Anregungen für nächste Veranstaltungen
Zum Abschluss gab Deberling, die die Veranstaltung moderierte, eine Zusammenfassung der Ergebnisse und einen Ausblick auf die nächsten Netzwerktreffen.
Noch in diesem Quartal weiteres Netzwerktreffen
Noch in diesem Quartal, so Deberling, werde es unter Berücksichtigung der gesammelten Aspekte mit den Netzwerkaktivitäten weitergehen.
„Wir sind mit dem ersten Netzwerktreffen sehr zufrieden. Die Resonanz war groß und es gab viel positives Feedback für die Idee”, zog Susanne Heyn Bilanz und hofft, dass sich weitere Unternehmen anschließen werden.